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Leckerlis bewusst auswählen: Worauf Halter achten können
Leckerlis sind Belohnung, Trainingshilfe und ein kleines Zeichen der Zuneigung. Worauf du bei Etikett, Größe und Selbstgemachtem achten kannst, und was nicht in den Napf gehört.

Ein Leckerli ist schnell gegeben und sagt viel: gut gemacht, schön, dass du da bist, wir sind ein Team. Für Hunde und Katzen ist es Belohnung, Trainingshilfe und ein Stück gemeinsamer Alltag. Damit das so bleibt, lohnt sich ein bewusster Blick darauf, was du gibst, wie viel davon und in welcher Form.
Mehr als ein Snack
Leckerlis haben im Zusammenleben mehrere Aufgaben. Im Training zeigen sie deinem Tier, dass etwas richtig war, und machen das Lernen angenehm. Im Alltag stärken sie die Bindung, etwa nach dem Bürsten oder nach einem Besuch in der Tierarztpraxis.
Damit ein Leckerli im Training wirkt, kommt es auf den Zeitpunkt an. Es sollte unmittelbar nach dem gewünschten Verhalten folgen, damit dein Tier die Verbindung herstellen kann. Und nicht jede Belohnung muss essbar sein: Lob, Streicheln oder ein kurzes Spiel sind für viele Tiere ebenso wertvoll und lassen sich gut abwechseln.
Rechtlich sind die meisten Leckerlis . Das bedeutet, dass sie nicht dafür gedacht sind, den Tagesbedarf zu decken, sondern das Hauptfutter ergänzen. Weil sie Energie liefern, zählen sie trotzdem mit.
Eine verbreitete Orientierung aus der Tiermedizin lautet: Leckerlis sollten nicht mehr als etwa 10 Prozent der täglichen Energiemenge ausmachen. Was als Leckerli gegeben wird, kann von der abgezogen werden. Das ist eine Faustregel, keine feste Grenze. Wie viel Futter dein Tier insgesamt braucht, besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Ein einfacher Trick hilft im Alltag: Leg morgens die Leckerlis für den ganzen Tag in eine kleine Dose. Was darin ist, wird verteilt, mehr nicht. So behältst du die Menge im Blick, auch wenn mehrere Menschen im Haushalt belohnen.

Das Etikett lesen
Ein Blick auf die Rückseite lohnt sich auch bei Leckerlis. Die Futtermittelart verrät, ob es sich um ein Ergänzungsfuttermittel handelt. Unter „Zusammensetzung“ stehen die Zutaten in absteigender Reihenfolge nach Gewicht, die erste hat also den größten Anteil. Und die des Herstellers gibt einen Anhaltspunkt, wie viele Stücke für ein Tier welcher Größe gedacht sind.
Die Zusammensetzung zu kennen hilft vor allem dann, wenn dein Tier bestimmte Zutaten nicht gut verträgt oder du bewusst bei wenigen Zutaten bleiben möchtest. Was die übrigen Begriffe auf der Packung bedeuten, von Rohprotein bis Rohasche, erklärt der peliana-Beitrag über das Futteretikett.
Achte außerdem darauf, für welche Tierart ein Leckerli gedacht ist, auch das steht auf der Packung. Katzen haben andere Ernährungsbedürfnisse als Hunde. Wenn in einem Haushalt beide leben, bekommt jedes Tier besser seine eigenen Leckerlis.
Größe und Form passend zum Zweck
Fürs Training sind kleine, weiche Stücke am praktischsten. Sie sind schnell gefressen, krümeln wenig und unterbrechen die Übung kaum. Viele Halter teilen größere Leckerlis in kleine Stücke, so reicht eine Packung länger, und die Menge bleibt überschaubar. Eine Belohnung muss nicht groß sein, um zu wirken, entscheidend ist der richtige Moment.
Eine Belohnung muss nicht groß sein, um zu wirken, entscheidend ist der richtige Moment.
Viele Hunde haben eine klare Rangfolge ihrer Lieblingsleckerlis. Für schwierige Übungen, etwa den Rückruf draußen mit vielen Ablenkungen, lohnt sich etwas besonders Begehrtes. Für Bekanntes im Wohnzimmer genügt ein einfaches Stück.
erfüllen eine andere Aufgabe. Sie beschäftigen ruhig und ausdauernd, und viele Hunde kauen mit sichtlicher Hingabe. Gib sie nur unter Aufsicht und wähle die Größe so, dass dein Tier nichts im Ganzen verschlucken kann. Ist ein Kauartikel auf ein kleines Reststück abgenagt, nimm es weg.
Selbst gemacht: einfach und ungewürzt
Leckerlis müssen nicht aus der Packung kommen. Kleine Stücke gegartes, ungewürztes Fleisch sind bei vielen Hunden und Katzen sehr beliebt. Für Hunde eignen sich auch Gemüsesorten wie Möhre oder Gurke, in kleine Stücke geschnitten.
Wichtig ist, was weggelassen wird. Gewürze, Salz und viel Fett gehören nicht in selbst gemachte Leckerlis. Reste vom eigenen Teller sind deshalb meist keine gute Wahl, auch wenn der Blick am Tisch noch so bittend ist. Gegarte Knochen gehören ebenfalls nicht dazu, weil sie splittern können. Und wenn du etwas Neues anbietest, fang mit einer kleinen Menge an und schau, wie dein Tier es verträgt.
Was nicht in den Napf gehört
Manche Lebensmittel, die für Menschen harmlos sind, können für Hunde und Katzen giftig sein. Das ist gut belegt, und es lohnt sich, die wichtigsten zu kennen. Bewahre sie so auf, dass dein Tier nicht herankommt, auch nicht auf dem Couchtisch oder in der offenen Tasche. Sag auch Kindern und Gästen Bescheid, dass dein Tier nichts vom Tisch bekommt.
- Schokolade und Kakao, für Hunde und für Katzen
- Zwiebeln und Knoblauch, roh wie gegart, für Hunde und für Katzen
- Weintrauben und Rosinen, für Hunde
- , auch Birkenzucker genannt, das in manchen zuckerfreien Produkten steckt, für Hunde
- Macadamianüsse, für Hunde
Hat dein Tier etwas davon gefressen oder bist du unsicher, ruf sofort deine Tierarztpraxis an, außerhalb der Sprechzeiten den tierärztlichen Notdienst. Warte nicht ab, ob sich Anzeichen zeigen. Hilfreich ist, wenn du sagen kannst, was und ungefähr wie viel dein Tier erwischt hat. Heb dafür am besten die Verpackung auf.
Leckerlis für Katzen
Katzen nehmen meist kleinere Mengen als Hunde, und viele mögen es, wenn das Leckerli nicht einfach im Napf liegt. Bau es ins Spiel ein. Ein Stück am Ende einer Jagdrunde, versteckt in einem Fummelbrett oder in einer Papprolle, verbindet Belohnung mit Beschäftigung. Viele Katzen haben feste Vorlieben bei Geschmack und Beschaffenheit, probier also aus, ob deine Katze lieber weiche oder knusprige Stücke mag.
Auch Katzen lassen sich mit kleinen Belohnungen trainieren, etwa beim Clickertraining. Für sie gilt dieselbe Faustregel wie für Hunde, denn Leckerlis zählen zur Tagesmenge. Wer das im Blick behält, kann ohne schlechtes Gewissen belohnen, und genau darum geht es: um kleine Momente, die euch beiden Freude machen.
Begriffe aus diesem Artikel
- Ergänzungsfuttermittel
- Futter, das nur zusammen mit anderem Futter gegeben werden soll. Die meisten Leckerlis gehören rechtlich dazu.
- Tagesration
- Die gesamte Futtermenge, die ein Tier an einem Tag bekommt. Leckerlis zählen mit.
- Kauartikel
- Längere Beschäftigung zum Kauen, die nur unter Aufsicht und in passender Größe gegeben werden sollte.
- Xylit
- Zuckeraustauschstoff, auch Birkenzucker genannt, in manchen zuckerfreien Produkten. Für Hunde giftig.
- Fütterungsempfehlung
- Angabe des Herstellers auf der Packung, wie viel von einem Futter für ein Tier welcher Größe gedacht ist.
Fragen aus dem Alltag
Wie viele Leckerlis darf mein Hund am Tag bekommen?
Eine feste Stückzahl gibt es nicht, weil Größe, Alter, Aktivität und Futter verschieden sind. Eine verbreitete Faustregel aus der Tiermedizin besagt, dass Leckerlis höchstens etwa 10 Prozent der täglichen Energiemenge ausmachen sollten. Was du als Belohnung gibst, kannst du von der Tagesration abziehen. Wie viel Futter insgesamt zu deinem Hund passt, besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Was ist Xylit, und wo steckt es?
Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff, der auch als Birkenzucker verkauft wird. Er steckt in manchen zuckerfreien Produkten, zum Beispiel in Kaugummis, Bonbons oder Süßwaren. Für Menschen ist er in üblichen Mengen unbedenklich, für Hunde dagegen giftig. Bewahre solche Produkte deshalb außer Reichweite auf, auch in Taschen und Jacken. Hat dein Hund etwas davon erwischt, ruf sofort deine Tierarztpraxis an.
Brauchen Katzen überhaupt Leckerlis?
Brauchen im Sinne der Ernährung nicht, denn ein Alleinfuttermittel deckt den Bedarf. Leckerlis können aber Training, Spiel und gemeinsame Momente bereichern. Viele Katzen freuen sich über ein kleines Stück am Ende einer Jagdrunde oder versteckt in einem Fummelbrett. Gib lieber wenig und dafür bewusst, und rechne die Menge zur Tagesration dazu.


